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Sonntag, 21. Juli 2019
Ausgabe 6544 | Nr. 202 | 18. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 7

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Bauingo | 07. August 2018 - 14:58 2018-08-07

29 m, Masterabschluss Bauingenieurwesen, seit 2 1/2 Jahren in der Bauleitung im Tiefbau, 4102 EUR Bruttogehalt monatlich, Dienstwagen, offiziell 40 Std./Woche, keine Überstundenvergütung.

BauleiterFHMaster | 24. Juli 2018 - 17:43 2018-07-24

Nachdem ich bisher stiller Mitleser war, darf auch ich meine gehaltliche Situation präsentieren: Bauleiter im Rheinland, Master mit Note 1,9 an der FH Ende 2013 abgeschlossen, Werkstudent ab Anfang 2012 bei meinem späteren Arbeitgeber, einem Projektentwickler mit bundesweiten Projekten. Als Bauleiter bin ich nach dem Abschluss mit 3500 € brutto / Monat (42.000 € Jahresgehalt) eingestiegen. Zeitliche Belastung immens, 60 h/Woche Regel, teils Samstagsarbeit zusätzlich, Einstellung auf 2 Jahre befristet. Nach dem ersten erfolgreich abgewickelten Projekt mit viel Stress, aber auch Hingabe und Engagement, Gespräch mit Geschäftsführern über weiteren Verbleib nur unter der Voraussetzung mehr Personal einzustellen und Gehalt anzupassen.

Mehr Personal wurde angestellt, dieses wurde mir fachlich sogar mit 2 Jahren Berufserfahrung unterstellt, Anpassung Gehalt auf 4500 € / Monat (54.000 € Jahresgehalt). Zeitlich immer noch stressig, aber realistisch um 50 h/Woche, für mich persönlich im Rahmen. Nach weiteren 2 Jahren Projekt erfolgreich beendet, Umstieg in Projektleitung kaufmännisch. Gehalt geblieben, aber deutlich weniger Stress. Über die gesamte Zeit keine Boni oder Weihnachtsgeld / Urlaubsgeld, auch kein Dienstwagen. Dennoch bzw. vielleicht auch deswegen zog es mich zurück ins Kerngeschäft, die Bauleitung.

Daher Mitte 2017 umorientiert und nun bei einem großen Mittelständler angestellt als Bauleiter: Projekte stets per Auto am gleichen Tag erreichbar. Stundenbelastung regulär 42,5 h/Woche, Überstunden überschaubar, max. 5 h/Woche, wenn sie anfallen werden sie kulant innerhalb des Baustellenteams "abgefeiert" (nach Rücksprache Freitags mal frei, halber Tag für Behörden- oder Arztbesuche frei). Angestellt bin ich bei einem großen Mittelständler mit mehreren Niederlassungen, Projekte zwischen 8 und 35 Millionen werden derzeit realisiert. Zuständig bin ich für zwei Projekte, hier auch fachlich meinen Bauleiterkollegen vor Ort vorgesetzt, die Projekte werden von einem Oberbauleiter buchhalterisch gemanaged und die Vergaben werden vorbereitet vom Innendienst.

Das Geschäft vor Ort betreue ich mit Bauleiterkollegen und Polieren. Nun zum aktuellen Gehalt: Einstieg Mitte 2017 mit 4650 €/Monat tarifgebunden, Dienstwagen Mittelklasse users-choice VW-Konzern (bis ca. 42.000 € Brutto-Listenpreis, also etwa Passat wenig Ausstattung oder Octavia voll etc.), 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld gem. Tarif 720 €/Jahr, Sonderzahlung prozentual von Projektgewinnen. Nach Anpassung Gehalt mit der Tariferhöhung um 5,7 % im Mai 2018 komme ich nunmehr auf 4.917 € / MOnat + o.g. Zulagen und geldwerten Vorteil aus Dienstfahrzeug mit Privatnutzung und Zulagen aus Tarifabschluss, mithin auf ein Jahresbrutto von fix ca. 70.000 €. Zuzurechnen ist die variable Gewinnbeteiligung in Höhe von ca. 3500-7500 €/Jahr. Darüber hinaus ist eine weitere, außertarifliche Gehaltserhöhung wegen guter Leistungen nach Abschluss des ersten Projekts bereits zugesagt.

Ergo: Sucht neue Herausforderungen und wechselt den Job, es gab noch nie so gute Aussichten für uns Bauingenieure wie derzeit. Selbst im Vergleich mit Freunden, die Maschinenbau im gleichen Zeitraum studiert und abgeschlossen haben, wie ich, stehe ich nicht schlecht da. Grüße aus dem Rheinland.

Quereinsteigerin | 11. Juli 2018 - 14:57 2018-07-11

Ich bin Bauleiterin seit 2 Jahren in einem großen Gerüstbauunternehmen, habe eine Ausbildung als Industriekauffrau in einem Geothermie Unternehmen absolviert. Habe danach gleich den Wirtschaftsfachwirt absolviert. Im Herbst beginne ich den Bautechniker in Teilzeit. Ich habe mich bislang bei 3400 Euro (39 Stunden Woche) bewegt (jede Überstunde bezahlt), wobei der Geschäftswagen (Mercedes C-Klasse) dabei ist ohne 1 % Regel, Weihnachts- und Urlaubsgeld. In den nächsten Tagen habe ich ein Vorstellungsgespräch bei einem sehr großen Bauunternehmen im Oberallgäu als Bauleiter im Kanalbau. Hier strebe ich 4500 Brutto + Geschäftswagen + Urlaubgeld + Weihnachtsgeld an. Meine Meinung ist, die Baubranche ist heute so schnelllebig, man muss auf Zack sein, wissen was man will und was nicht. So ist es auch bei der Gehaltsverhandlung, man sollte sich nicht zu schade sein auch mal "Nein" zu sagen. Die Arbeitnehmer im Bausektor haben gerade gute Zeiten und sollten sich auch so verkaufen.

Absolvent Y | 03. Juli 2018 - 23:05 2018-07-03

Ich kann mich den seit kurzem hier aufgerufenen Gehältern anschließen: 50.000 EUR zum Einstieg, zzgl. Sonderzahlung und Firmenwagen. Freie Wirtschaft in weltweit agierendem Unternehmen, nicht die klassische Bauwirtschaft, sondern in Richtung Immobilienmanagement.

Bauing | 17. Juni 2018 - 17:56 2018-06-17

@Projektleiter:
Ja nicht schlecht! In welcher sparte des bauwesens bist du unterwegs, wenn man fragen darf? Wasser, konstruktiver ingenieurbau...? Ich arbeite seit 3 Jahren in einem Ingenieurbüro für konstruktiven ingenieurbau und die sind sehr knauserig mit dem Gehalt. Boni, Weihnachtsgeld und urlaubsgeld sucht man auch vergebens.

Projektleiter | 12. Juni 2018 - 16:22 2018-06-12

Position: Projektleiter/Entwickler; Studium: Bauingenieurwesen (Fachhochschule); 9 Berufsjahre; 40 h Woche + 2-5 Überstunden/Woche; 14 Gehälter; Jahresgehalt 75.000 € zzgl. Projektprämie pro Projekt 3-5 Monatsgehälter (Projektlaufzeit 3-5 Jahre / ich betreue 3-5 Projekte); Dienstwagen Klasse Audi A4

Immobilienmensch | 20. April 2018 - 22:52 2018-04-20

Jahrelang habe ich nun in diesem Thread mitgelesen. Habe neben den Pessimisten, die mich an meiner Studiengangwahl haben zweifeln lassen, auch den doch eher positiven Trend in der letzten Zeit verfolgt. Nun kann ich auch selbst etwas zu diesem Thema beitragen.

Zunächst einmal höre ich bei uns im Unternehmen sehr oft die klagenden Worte aus den (anderen) Abteilungen, keine qualifizierten Leute zu finden. Der Markt sei einfach leergefegt. Selbiges wurde mir auch bereits von Personalberatern mitgeteilt. Ferner spricht die Tatsache, dass selbst ich als Frischling auf Xing bereits mehrfach von eben solchen Personalern angeschrieben wurde, teilweise bereits mit konkreten Jobs und Vorstellungen, für den hohen Bedarf. Man kann das nun alles werten, abstreiten oder was auch immer, so wie es in der Vergangenheit in diesem Forum bereits zur Genüge zu lesen war. Dies ist jedoch meine Erfahrung und da der Informationsgewinn hier trotz der bereits erwähnten negativen Beiträge eine positive Sache für mich war, nun zu meinem eigenen Werdegang. Vielleicht helfe ich damit ja auch jemandem.

Ich habe im Bachelor klassisch Bauingenieurwesen studiert, mit all den dazu gehörigen technischen Grundlagen. Der Master hingegen war ganz klar auf die wirtschaftlichen Bereiche fokussiert. Rückblickend kann ich für mich sagen, dass das eine sehr gute Wahl war, sofern man sich nicht als reinen Techniker sieht. Neben dem Studium habe ich immer gearbeitet, auch mehrere Jahre als Werkstudent sowie Hilfskraft am Lehrstuhl. Eine Ausbildung habe ich vorher nicht absolviert.

Eingestiegen bin ich nun in einem internationalen Immobilienkonzern als Trainee. Mein Grundgehalt beträgt 4400 € je Monat, zuzüglich Bonuszahlung sowie Firmenwagen. 40 h Woche mit eher wenig bis gar keinen Überstunden. Von den Konditionen her aus meiner Sicht also sehr gut. Fairerweise muss man sagen, dass ich sicherlich nicht den klassischen Beruf des Bauingenieurs ausübe (Bauleiter oder Tragwerksplaner). Dies zeigt aber auch, dass es durchaus andere Möglichkeiten gib als eben diese Berufsbilder auszuüben, was ich auch bei meinen Kommilitonen beobachten kann.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, blickt nach links und rechts, probiert während des Studiums Sachen aus und versteift euch bei der Berufswahl nicht nur auf die grossen Baufirmen oder lokalen Planungsbüros. Wobei Erstere ja auch durchaus gute Gehälter zählen - nicht jedoch unbedingt guten Lohn als Werkstudent, wie ich aus erster Hand berichten kann. Wie schon oft hier erwähnt wurde, liegen die besser bezahlten Jobs auch bzw. gerade dort, wo die meisten nicht suchen oder auch nicht hinwollen: In Nischen und/oder Unternehmen anderer Branchen.

Auch wenn es gemütlich ist, bei Müller und Mayer um die Ecke im Statikbüro anzuheuern. Na ja ihr wisst worauf ich hinaus will. Selbstverständlich landen die meisten Absolventen des Bauingenieurwesens am Ende in den klassischen Bereichen. Denkt nur daran, dass es immer Alternativen gibt, wenn es euch dort nicht passt. Prioritäten muss jeder selber setzen. Bis dahin!

M.Sc | 16. April 2018 - 22:00 2018-04-16

Einstiegsgehalt 50.000 EUR im Bereich Geotechnik, 40 h/Woche, Master-Abschluss. Das ist sicherlich das Maximum was geht und meines Erachtens nach ein gutes Angebot. Vielleicht bzw. wahrscheinlich sind Nischen-Fachgebiete besser bezahlt.

Dene | 16. April 2018 - 21:10 2018-04-16

Was soll denn bitte ein schlechtes Gehalt sein, wenn es 3.000 € nicht sind? (Wir reden ja offensichtlich von einem Bruttogehalt) Aber genau wegen dieser Einstellung ("also 3.000 € sind ja nicht sooo schlecht, reicht ja für ne zwei Zimmer Wohnung, Lebensmittel von Aldi und Kleidung von H&M“) bekommen Bauingenieure eben auch das, was sie verdienen, ein deutlich unterdurchschnittliches Gehalt, viele Überstunden und "Spaß am Job" inklusive.

EST | 15. April 2018 - 12:31 2018-04-15

@einsteigerin:
3000 € Gehalt für einen Bachelor-Einsteiger ist nicht schlecht. Grundsätzlich krankt die ganze Brache an mangelhafter Lobbyarbeit. Es fehlt ein "Marburger Bund" oder eine "Vereinigung Cockpit". Solange die Büros und zugehörigen Berufsverbände nur auskömmliche und keine sehr guten Honorare anstreben, werden sie auch nur auskömmliche aber keine guten Gehälter anbieten können.

GST | 15. April 2018 - 09:19 2018-04-15

@Einsteigerin:
3500 € x 12 macht 42000 € Jahresgehalt nach der Probezeit in Bayern. Das ist sicherlich angemessen und du liegst damit auch in der Statistik. Die 500 € kann man ruhig einfordern, wie ich finde.

Einsteigerin | 10. April 2018 - 16:41 2018-04-10

Ich würde mich auch gerne mal zu diesem Thema äußern: Ich 24 w, habe einen Bachelor (TH) und habe ein Einstiegsgehalt von 3000 € im Monat Brutto. Ich arbeite in Bayern, bin in der Tragwerksplanung tätig und habe eine 40 h Woche. Vertraglich wurde eine Neuverhandlung des Bruttolohns nach der Beendigung der Probezeit festgehalten, da ich auch im Vorstellungsgespräch schon ein höhere Gehaltsvorstellung geäußert habe. Diese wurde mit der Begründung Einsteiger und man weiß ja nicht ob die Person im Betrieb bleibt abgelehnt. Nun steht bald die Verhandlung an und ich persönlich finde eine Gehaltserhöhung von 500 € im Monat angemessen. Mein Einstiegsgehalt war mir gefühlt zu gering. Nun würde ich gern eure Meinungen / Ratschläge dazu hören. Danke!

Aussteiger | 10. April 2018 - 08:34 2018-04-10

@Nocheinaussteiger:
Natürlich sollte man das nicht mit dem Ziel studieren, aus der Baubranche rauszukommen. Ich habe es studiert, weil mir der Bau Spaß macht. Und ich bin nach wie vor darin tätig, nur eben in einer anderen "Branche". D.h. für mich aber nicht, dass ich das Studium bereue. Mir hat der Job in der Baufirma genauso auch Spaß gemacht, trotz höherer Stundenbelastung. Ich hatte eben das Glück, dass mir diese Chance ermöglicht wurde und da habe ich zugepackt. Das würde jeder so machen. Und natürlich bin ich jetzt noch viel zufriedener. Aber grundsätzlich sollte man das studieren, was einen interessiert. Und das Gehalt auch in der Baubranche ist momentan nicht schlecht. Auch wenn man mehr Stunden dafür leisten muss, so stehen doch am Ende ganz gute Ergebnisse (Gehalt) da.

Ich sehe das wie @Man.Bauing., man sollte hier nicht anfangen, den Stundenlohn auszurechnen. Mehr Stunden ist Teil des Bauwesens (v.a. Bauleitung/Projektleitung). Dafür kann man aber auch hier relativ schnell in Richtung 70.000-80.000 € Jahresgehalt aufsteigen. Natürlich muss man weiterhin viele Stunden dafür leisten, aber wenn man gut verdienen will, dann geht das auch in der Baubranche. Und ein Söldnerleben ist das nicht zwingend. Ich war immer in meiner Region unterwegs. Es kam so gut wie nie vor, dass ich nicht zu hause geschlafen habe, mein Privatleben war also weiterhin existent.

Aber grundsätzlich denke ich, dass man Bauingenieur studieren kann und auch soll, wenn einen der Bau fasziniert. Wer es etwas "fairer" haben will, sollte eher in Richtung Maschinenbau, Elektroingenieur etc. gehen. Aber das sind ja komplett unterschiedliche Berufswege. Einen "Bauverrrückten" wirst du nicht glücklich sehen als Elektroningenieur.

Ich denke zusammenfassend kann man es so sehen: Bauingenieure sind gesucht und gefragt. Der Einstieg momentan nicht schwer, und man kann gut was verdienen. Bewusst muss einem halt sein, dass man dafür auch mal eher 50 h arbeiten muss, während es in anderen Branchen das selbe Gehalt für 35-40 h gibt. Aber das sind Stundenlohnrechnungen, die ich persönlich nicht für sinnvoll halte. Jeder muss das für sich selber entscheiden.

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