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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?

1 - 13 von 1407 Kommentaren | 623245 Aufrufe
| Thema eröffnet vor 9 Jahren

Mich interessiert, ob ein Gehalt von 2.700 EUR monatlich fair ist. Zu mir: Ich bin 29 und habe vor fünf Jahren erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Nun arbeite ich seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro im Raum Osnabrück. Mein Aufgabenfeld umfasst die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung von kleineren Bauprojekten (bis 1 Mio. EUR). Des Weiteren kümmere ich mich um den Kontakt zu unseren Auftraggebern (kleinere Gemeinden / Kommunen / Wasserverbände). Jetzt würde ich gern wissen, ob ein Monatsgehalt von 2.700 EUR brutto für diese Art der Tätigkeit fair bzw. ausreichend ist? Was verdient ihr in ähnlichen Bereichen / Positionen?

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MasterBau | heute - 07:29 2019-05-21

@Snowflake:
Und deine Beiträge erinnern an die Pessimisten, die bei Niedriglohn festhängen und nicht glauben wollen/können, dass es auch anders geht. Man spricht hier sicherlich von Nischenplätzen außerhalb vom Bau, z.B. Chemie, Auto usw., aber diese Jobs gibt es und sind real. Ich selber sitze in einem Konzern mit einem 40h Vertrag (Gleitzeit, jede Minute wird bezahlt bzw. geht aufs Überstundenkonto zum Abfeiern), habe mit 40h ein Grundgehalt von 6400 € monatlich + Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und Boni. So komme ich auf ein Jahresgehalt knapp unter 100.000 €. Wohlgemerkt in einer Nische! Nicht die Realität für den klassischen Bau, aber dennoch machbar. War vorher auch im Bausektor, hatte auch hier 5000 € + Auto+ Weihnachtsgeld usw., was auch gut war. Die Baubranche boomt, oft lohnt es sich ein wenig umzuschauen und den Marktwert zu testen.

Und sicherer Arbeitsplatz? Ich würde mal behaupten, bei z.B. IG Metall ist man sicherer, als in der Baubranche. Hier ist man in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis quasi im Beamtenstatus, da kannst du nicht betriebsbedingt gekündigt werden, egal ob Krise ist oder sonst was. In Zeiten der Krise werden schon Leute "entlassen", dies aber zu mehr als guten Konditionen und idR macht man das mit älteren Kollegen in Form der Altersteilzeit. Anders geht das gar nicht, dafür ist der Betriebsrat hier viel zu mächtig. Also bitte keine Lügen verbreiten!

Snowflake | 15. Mai 2019 - 20:54 2019-05-15

Die ganzen (Lobby)beiträge hier mit ihren unrealen Gehältern und niedrigen Arbeitszeiten erinnern an das schöne Lied “Haus der Lüge” von den Einstürzenden Neubauten.

Alonso | 14. Mai 2019 - 20:19 2019-05-14

Den Beitrag von Bauigel123 kann ich nicht teilen. Bauingenieur ist ein absolut toller Beruf. Vielfältig, spannend, abwechslungsreich, anspruchsvoll, wichtige Projekte für die Öffentlichkeit etc. Arbeiten im Büro, auf der Baustelle, in der Industrie, in der Forschung. Man sieht am Ende, was man geleistet hat. Brücken, Straßen, Häuser und nicht nur Zahlen vor dem Monitor betrachten oder so. Klar läuft nicht immer alles rund. Aber ich möchte bezweifeln, dass bei IG Metall oder woanders alles besser ist. Ich sage nur Dieselskandal, Auto-Kartell, Deutsche Bank. Sind das sichere Arbeitsplätze?! Und vorallem Spaß muss der Job machen!

Zu meiner Person: Dipl.-Ing. (FH). Schon einiges gemacht. Ingenieurbüro, Baufirma, Ausland Großbaustelle, Öffentlicher Dienst, nun woanders auf Bauherrenseite. Großprojekte. Berufserfahrung > 15 a. Jahresbrutto über 80.000 EUR. Flexible Arbeitszeit, 40 h Woche. Jede Überstunde kann man abfeiern. Da gibt es gar nichts zu meckern. Leute, wenn ein Jobwechsel, dann jetzt! Solange die Baubranche noch boomt!

Bauigel123 | 02. Mai 2019 - 22:29 2019-05-02

Ich verfolge das Forum schon ewig und gerade die Gehaltsdiskussion + Randbedingungen haben mich mein ganzes Studium begleitet und des Öfteren Zweifel aufkommen lassen. Bin nun seit ein paar Monaten fertig (B.Eng. Bauingenieurwesen) und bin beim größten öffentlichen Auftraggeber untergekommen (2 Jahre Werkstudent + Praxissemester zuvor). Mein Einstiegsgehalt liegt bei 50.000 EUR mit einer 39 h Woche. Außerdem hab ich zuvor eine Ausbildung als Vermessungstechniker absolviert. Klingt alles ganz passabel, könnte man meinen.

Allerdings bin ich trotzdem nicht zufrieden, da mich die Branche ein Stück weit nervt. Es ist einfach ein sehr volatiles Umfeld bei dem man seinen Tag nie richtig planen kann und ständig „unvorhergesehene“ Änderungen eintreten. Weiterhin muss man ständig Schnellschüsse abliefern, die meistens eh wieder für die Katz sind, weil es vielfach „quick and Dirty“ abgearbeitet werden muss. Wenn ich sehe wie es in anderen Branchen abläuft (Paradebeispiel IG Metall, Chemie etc.), dann bereue ich mein Studium extrem (einfache Ausbildung zum Kaufmann o.ä. 48.000 EUR Gehalt + Prämie+ 35h Woche).

Von dem anderen Image der Branche bzw. der Firmen und den Arbeitsbedingungen mal ganz zu schweigen. Ich kann also nur jedem, der überlegt Bauingenieurwesen zu studieren oder gerade noch dabei ist, nur davon abraten und würde einen Wechsel dringend empfehlen. Und das von jemanden, der es eigentlich noch ganz "gut" - hat (Stichwort Bauhauptgewerbe / Ausführung / Planungsbüros aka Klitschen).

Holger4711 | 02. Mai 2019 - 21:00 2019-05-02

M 28, Master TU; NRW; Berufseinstieg als Bauleiter SF in 2018 (parallel zum Studium im Ingenieurbüro tätig, keine Erfahrung in der Bauleitung); Einstiegsgehalt 4.000 Brutto, Firmenwagen Golfklasse, nach einem Jahr 4.500 Brutto; Arbeitszeit > 50 h, Vertrag 40 h, Überstunden unbezahlt; Projektgröße in der Regel 5-20 Mio.

Wellblech | 01. Mai 2019 - 00:12 2019-05-01

@MM:
Darum ging es in meinem Beitrag doch in keinster Weise. Bitte mal genau durchlesen. Es ging um die Aussage von Horst zu der Freizeit von Lehrern.

MM | 27. April 2019 - 21:12 2019-04-27

@Wellblech:
Ich finde den Vergleich lehrer mit bauingenieur tvöd 11 unpassend. Der Lehrer hat i. D. R 5 Jahre Universitäts-Studium plus 1,5 Jahre referendariat hinter sich. Der tvöd 11 Ingenieur gerade mal 3 Jahre fh Studium. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Da brauch keiner meckern! Und im öffentlichen Dienst macht sich auch keiner Tod.

Wellblech | 24. April 2019 - 10:38 2019-04-24

Zitat Horst | 13. April 2019 - 21:41: "Mit deinem Gehalt hast du deutlich weniger als ein in A13 besoldeter Realschullehrer, sogar noch mehrere Tausend Euro jährlich weniger als ein in A12 eingestufter Grundschullehrer (bitte nicht die Bruttogehälter sondern das netto vergleichen, der Beamte hat kaum Abzüge!) - und der hat trotzdem noch ein Vielfaches mehr an Freizeit wie du. Zudem hat der verbeamtete Lehrer eine Pensionszusage, die dir als Angestellter im öffentlichen Dienst auch abgeht. Es bleibt dabei: als Bauingenieur hast du in der Regel halt kaum Kohle UND kaum Freizeit."

@Horst: Sorry, aber das mit mehr Freizeit ist völliger Quatsch. Ich bin in einer ähnlichen Situation wie Theo. Öffentlicher Dienst, E11 Stufe 3, kurz vor 4. Meine Frau ist Lehrerin in A13. Von so viel Freizeit wie ich kann sie nur träumen und beneidet mich darum, dass ich im Büro den Stift fallen lassen kann und danach zu Hause meine Freizeit beginnt. Was bei ihr alles zu Hause anfällt ist Unterrichtsvorbereitung, Klausuren korrigieren, Vorbereitungen auf Elterngespräche, Abstimmungen mit anderen Lehrern aus ihrem Fachbereich (oft bis 22:00 Uhr abends). Zudem kommen wöchentlich nachmittags etwaige Konferenzen, schulische Veranstaltungen, Klassenfahrten, Konferenzen in den Schulferien und so weiter und so fort. Wenn sie könnte, sie würde sofort mit mir tauschen und auf die paar Euro verzichten. Wenn sie mal einen einzigen Tag in der Woche (Sonntag) komplett frei hat, dann ist das die Ausnahme.

Deine Äußerungen lassen leider nur darauf schließen, dass du keinen direkten Kontakt mit Lehrern hast, sondern sich nur die Vorurteile manifestiert haben, dass Lehrer ja soooo viel Freizeit hätten und massig Ferien. Ist leider ein Trugschluss und erst wenn man das mal live miterlebt, lernt man die Arbeit von Lehrern zu schätzen. Leider, auch bei mir war es so, geschieht dies in der Regel weit nach der eigenen Schulzeit.

TUler | 15. April 2019 - 11:52 2019-04-15

Nun auch mal einen ersten Ausblick aus meiner Sichtweise: Ich schließe dieses Jahr meinen Master an einer TU ab, bin 25 Jahre alt und habe meinen Bachelor an einer FH gemacht. Ich habe bereits durch Praktika und Werkstudententätigkeit in unterschiedlichen Bereichen (Tragwerksplanung, Bauleitung und BIM) Erfahrungen sammeln können. Zudem konnte ich bereits Erfahrungen in der strategischen Unternehmensoptimierung sammeln. Ich habe für Ende des Jahres bei einem großen Unternehmen unterschrieben. Einstiegsgehalt liegt bei 61.000 EUR (brutto). Mehr ist, glaube ich, nicht hinzuzufügen.

Horst | 13. April 2019 - 21:41 2019-04-13

@theo:
Mit deinem Gehalt hast du deutlich weniger als ein in A13 besoldeter Realschullehrer, sogar noch mehrere Tausend Euro jährlich weniger als ein in A12 eingestufter Grundschullehrer (bitte nicht die Bruttogehälter sondern das netto vergleichen, der Beamte hat kaum Abzüge!) - und der hat trotzdem noch ein Vielfaches mehr an Freizeit wie du. Zudem hat der verbeamtete Lehrer eine Pensionszusage, die dir als Angestellter im öffentlichen Dienst auch abgeht. Es bleibt dabei: als Bauingenieur hast du in der Regel halt kaum Kohle UND kaum Freizeit.

Theo | 11. April 2019 - 10:57 2019-04-11

Ich bin schon seit 6 Jahren ein stiller Teilnehmer und möchte jetzt auch mal meinen Kommentar abgeben. Insbesondere, weil der öffentliche Dienst oft schlecht geredet wird:

  • Wohnort: Niedersachsen
  • Qualifikation: Master (Ja, für diese Stelle würde auch der Bachelor reichen)
  • Seit wie vielen Jahren am Arbeiten: 6 Jahre im öffentlichen Dienst
  • Bezahlung: E11, Stufe 4, Jahres-Brutto: circa 56.900 € (Stand am 11.04.2019)
  • Urlaubstage: 31
  • Arbeitszeiten: 39 Std. Woche. Gleitzeit ohne feste Kernzeit
  • Verantwortung: Überschaubar
Ich finde, dass das ganz i.O. ist. Klar, mehr geht immer, aber meistens geht das einher mit wesentlich mehr Verantwortung und auch mehr Arbeitszeit! Und gerade die Zeit sollte wichtiger sein als Geld!

MK | 09. April 2019 - 12:45 2019-04-09

Was kann ein ausländischer Bauingenieur in Dresden oder generell in Sachsen verdienen? Zumindest sehr gute Deutsch- und Englischkentnisse, ich glaube darf schon als fließend genannt werden, habe keine relevante Kommunikationsschwierigkeiten. Bisher ein halbes Jahr als Bauführer (2.800 €) auf einer Baustelle, dann anderthalb Jahr als Projektingenieur in kleinem Planungsbüro (2.600 €). Meines Erachtens trozt Mangel der Muttersprache kann ich wesentlich mehr verdienen. Ich habe Master Studium an der Uni im Ausland absolviert, in EU, so Eurocodes sind völlig bekannt. Wie ist eure Meinung?

Spatenpauli | 08. April 2019 - 22:30 2019-04-08

Ich habe einen Abschluss als Dipl.-Ing. und bin als Bauleiter im Tiefbau und Industriebau tätig. Ich bin zwischen 35 und 40 Jahre alt, Einsatzgebiet NRW. Mein aktuelles Gehalt liegt bei 66.000 Euro zzgl. Auto (45T Euro), Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld gem. Tarif und Prämien. Die Arbeitszeit beträgt inkl. Fahrten meist zwischen 50 und 60 Stunden. Mein Rat: Für Gehaltsverhandlungen oder Jobwechsel ist jetzt die richtige Zeit!

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