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Donnerstag, 27. Juni 2019
Ausgabe 6520 | Nr. 178 | 18. Jahrgang
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EEG-Reform: Beratende Ingenieure verunsichert

# 21.05.2014

VBI hält 80 Prozent Erneuerbare bis 2050 für möglich. Verband fordert stabile Rahmenbedingungen und Fokus auf sämtliche Technologien zur Nutzung Erneuerbarer Energien. Debatte um Stromkosten allein nicht richtig

EEG zeigt Wirkung

Die Wirksamkeit des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) wird vom Verband Beratender Ingenieure (VBI) nicht bestritten. Eine Reform allein zugunsten niedrigerer Stromkosten lehnt er jedoch ab. Foto: Uwe Schlick  / Pixelio Die Wirksamkeit des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) wird vom Verband Beratender Ingenieure (VBI) nicht bestritten. Eine Reform allein zugunsten niedrigerer Stromkosten lehnt er jedoch ab. Foto: Uwe Schlick / Pixelio

Ein erklärtes Ziel des Erneuerbare Energien Gesetztes (EEG) soll die Förderung von Innovationen sein, welche im nationalen und internationalen Geschäft gefragt sind. Laut einer Mitteilung des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) ist die Zahl der Patentanmeldungen im Bereich Erneuerbarer Energien in den vergangenen Jahren auch entsprechend stark gestiegen.

Unlängst bestätigte zudem ein Gremium aus 17 Wissenschaftlern unter Leitung des Fraunhofer ISI: "Diverse ökonomische Studien zeigen einen eindeutig positiven Zusammenhang zwischen Patententwicklung und Nachfrage bei den erneuerbaren Energien. Unzweifelhaft hat das EEG maßgeblich zu einer Steigerung dieser Nachfrage beigetragen."

Vor diesem Hintergrund hält der Verband Beratender Ingenieure (VBI), welcher unter anderem Unternehmen und Planer für die Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Nutzung von Energie vertritt, die Absichten der Bundesregierung durchaus für realisierbar. Diese will bis 2050 den Stromverbrauch in Deutschland zu 80 Prozent mit Erneuerbaren Energien decken. Bedingung dafür sei laut VBI allerdings eine Beschleunigung der zeitlichen Umsetzung. Die Technologien seien am Markt vorhanden, ihr Einsatz müsse aber durch geeignete Maßnahmen forciert werden, heißt es in einer Pressemeldung.

Unabhängige Ingenieure vermissen Verlässlichkeit

Mit Blick auf eine dauerhaft positive Entwicklung des Trends sieht der VBI die Notwendigkeit stabiler und langfristig planbarer sowohl politischer als auch wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Ingenieure, Investoren und Betreiber müssten sich bei ihrer Investitionsentscheidung auf Gesetze, Richtlinien und Absprachen verlassen können. Unabhängige Ingenieure benötigten diese Sicherheit, um für ihre Auftraggeber technisch-wirtschaftlich optimale Lösungen anbieten zu können.

Der VBI bedauert derweil, dass der vorliegende EEG-Referentenentwurf diese Rechts- und Planungssicherheit in Frage stelle. Konkret kritisiert der Verband die folgenden Punkte:

  • Die Eigenversorgungskonzepte mit KWK und deren Belastung mit der EEG-Umlage stelle vor allem für Bestandsanlagen einen nachträglichen, nicht akzeptablen Eingriff in deren Wirtschaftlichkeit dar.

  • Die Diskussion über die Deckelung des Zubaus führe zu einer großen Verunsicherung besonders bei hoch investiven Anlagen.

  • Die geplante Stichtagsregelung in Bezug auf Genehmigungs- und Inbetriebnahmetermine nehme keine Rücksicht auf wirklichkeitsnahe Planungs-, Finanzierungs- und Realisierungszeiträume. Daneben gehe es auch um Vertrauensschutz für noch nicht genehmigte, in der Planung aber schon sehr weit fortgeschrittene Projekte.

Energie ist mehr als Strom

Der VBI plädiert für eine gleichberechtigte Berücksichtigung aller Technologien zur Nutzung Erneuerbarer Energien und eine stärkere Betonung der Energieeffizienz.

In der politischen Diskussion und der Öffentlichkeit würden seit einiger Zeit und mit dem vorgelegten EEG- Reformvorschlag die Energiefragen zu Unrecht auf die Stromkosten reduziert. "Die Energiediskussion muss sich wieder mehr auf kluge Resultate und die Vernetzung intelligenter Teillösungen verlagern", so der Verband.

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